Podiumsdiskussion „One Wine Story“ powered by InterWine: Kroatien und Slowenien suchen einen gemeinsamen Weg zu nachhaltigem Weintourismus

Das Weingut Dobra Berba in Sv. Jana war heute Vormittag Gastgeberin der Podiumsdiskussion „One Wine Story – Kroatien und Slowenien stoßen auf dieselbe Geschichte an“, die im Rahmen des Via Vino Festivals 2025 stattfand und zentrale Akteurinnen und Akteure des nachhaltigen Weintourismus beiderseits der Grenze zusammenbrachte. Die Diskussion, die der Promotion des EU-Projekts InterWine diente, warf wichtige Fragen auf: Wie kann eine jahrhundertealte Weintradition in ein verantwortungsvolles und langfristig nachhaltiges touristisches Produkt überführt werden, das Natur, Gemeinschaft und kulturelles Erbe respektiert und zugleich eine gemeinsame, nachhaltige Destination schafft?

Die Podiumsdiskussion fand in den Räumlichkeiten des Weinguts Dobra Berba in Sv. Jana statt. Jana statt und vereinte Vertreterinnen und Vertreter aus Umweltschutz, Weinbau, Verbänden, lokaler Selbstverwaltung und Fachkreisen – mit einem klaren Ziel: zu erörtern, wie der Weintourismus als Motor positiver Veränderungen wirken kann – als gemeinsame Geschichte Kroatiens und Sloweniens. An der Diskussion nahmen Petra Boić Petrač (WWF Adria), Saša Štula (Weingut Dobra Berba), Vlado Mikulčić (Verein der Weinbauern und Winzer „Grozd“ Velika Gorica), Katja Pinterič (Vina Pinterič, Slowenien), Filip Bernardić (Gemeinde Pušća) sowie Andreja Mihelin (Weingut Mihelin, Slowenien) teil. Moderiert wurde die Veranstaltung von Ivana Alilović, Direktorin der Tourismusgemeinschaft der Gespanschaft Zagreb.

„Das Via Vino Festival zieht von Jahr zu Jahr mehr Besucherinnen und Besucher an, und wir freuen uns sehr, diesen großen Zustrom zur Promotion des Projekts InterWine nutzen zu können, auf das wir außerordentlich stolz sind. In der Region Plešivica gibt es mehr als 40 erstklassige Winzer, darunter das renommierte biodynamische Weingut Tomac. Unsere Vision ist kein Massentourismus, sondern eine nachhaltige und regenerative Entwicklung, die die Authentizität und Qualität unserer Weinregion bewahrt. Mit der Podiumsdiskussion ‚One Wine Story‘ haben wir gezeigt, dass Weinkultur und Tradition eine Brücke zwischen Ländern, Kulturen und Generationen schlagen können“, betonte Ivana Alilović.

Petra Boić Petrač, Leiterin für Kommunikation und Spenden bei WWF Adria, beantwortete eine der zentralen Fragen – ob Weinbau und Weinproduktion gleichzeitig nachhaltig und wirtschaftlich erfolgreich sein können:

„Der Weintourismus hat ein enormes Potenzial, ein Beispiel dafür zu sein, wie Tourismus positiv zum Erhalt von Landschaften, Biodiversität und lokalen Gemeinschaften beitragen kann. Der Enotourismus entwickelt sich stetig weiter, doch wir müssen auch die Herausforderungen berücksichtigen: Ein hoher Besucherandrang führt zu erhöhtem Wasser- und Energieverbrauch sowie zu mehr Abfall. Weingüter können als Bildungszentren fungieren, und ein Weinberg im Sinne des regenerativen Tourismus unterscheidet sich grundlegend von einem konventionellen Weinberg. Durch Praktiken wie ökologische Inseln in Weinbergen – etwa mit Rosmarin und anderen Pflanzen, die Schädlinge anziehen und von den Reben fernhalten – kann der Einsatz von Chemikalien und Pestiziden reduziert werden. Es ist wichtig, dass Winzer, Destinationen und alle Beteiligten ihre Verantwortung gegenüber dem Boden erkennen, der die Grundlage ihrer Identität bildet“, erklärte sie.

Saša Štula, Gastgeber der Veranstaltung, fasste die Philosophie des Via Vino Festivals und ähnlicher Veranstaltungen zusammen: „Wir sind in erster Linie ein Weingut und produzieren Wein, aber unsere Absicht ist es, solche Projekte zu organisieren, weil ich es liebe, jedes Jahr neue Menschen kennenzulernen.“ Ich empfehle den Besucherinnen und Besuchern immer, auch andere Winzer in der Umgebung zu besuchen – genau darum geht es.“ Als Beispiel für das Gleichgewicht zwischen Tradition und Innovation hob Štula hervor, dass Dobra Berba moderne Technologien wie Drohnenbehandlungen in den Weinbergen und die Digitalisierung der Produktion einsetzt, zugleich aber das kulturelle Erbe durch Schaumweine wie den „Piene“, aus vier autochthonen Rebsorten der Region, bewahrt. Diese Vision der Vernetzung wurde auch von den weiteren Teilnehmenden unterstützt: Vlado Mikulčić warnte davor, dass die zunehmende Urbanisierung von Weinbaugebieten eine Bedrohung für deren Nachhaltigkeit darstellt, während Katja Pinterič betonte, dass Projekte wie InterWine kleinen Produzenten durch gemeinsames Auftreten den Zugang zu neuen Märkten erleichtern. Filip Bernardić erläuterte das Konzept der Bündelung des Angebots: „Das Sutla-Tal und die Bregi-Region haben sich zusammengeschlossen, um ein vielfältigeres Angebot zu schaffen und Gäste länger in der Region zu halten. Unser Ziel ist es, eine Destination zu sein, die hochwertige Unterkünfte, Gastronomie und Weine bietet“, hob Andreja Mihelin hervor. Sie fügte hinzu, dass grenzüberschreitende Zusammenarbeit sinnvoll ist, da „wir in der Nähe großer Städte liegen, aus denen wir Besucher anziehen können – entscheidend ist, dass wir uns vernetzen und Wissen austauschen“.“

Die Diskussion erhielt durch die Teilnahme von 50 Schülerinnen und Schülern der Hotel- und Tourismusschule in Zagreb – zukünftigen Gestalter touristischer Angebote – einen besonderen Mehrwert: Sie erhielten aus erster Hand praktische Einblicke darin, wie Tradition, Ökologie und Tourismus gemeinsam ein nachhaltiges Entwicklungsmodell schaffen können.

Ein EU-Projekt ohne Grenzen

Die Podiumsdiskussion ist Teil des EU-Projekts „InterWine: Durch die Verbindung von kulturellem Erbe und Weintourismus zur Schaffung einer nachhaltigen grenzüberschreitenden Destination“, kofinanziert aus dem Programm Interreg Slowenien–Kroatien mit Unterstützung des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. InterWine ist ein ambitioniertes Projekt im Wert von 1.383.080,02 Euro mit einer Laufzeit von 30 Monaten und wurde als eines von nur sechs Projekten aus insgesamt 73 Einreichungen ausgewählt. Ziel ist die Stärkung der Rolle von Kultur und nachhaltigem Tourismus durch die Entwicklung eines gemeinsamen touristischen Produkts, das das kulturelle Erbe sowie die Weinbau- und Winzertradition Kroatiens und Sloweniens verbindet. Projektpartner sind die Tourismusgemeinschaft der Gespanschaft Zagreb, die Stadt Velika Gorica, die Gemeinde Pušća, die Handwerksakademie – Einrichtung für Erwachsenenbildung, das Institut für Unternehmertum, Tourismus und Jugend Brežice, die Universität Maribor – Fakultät für Tourismus sowie das Posavje-Museum Brežice.

Ab Mittag: zehn Stunden Wein, Pizza und Unterhaltung

Nach Abschluss der Podiumsdiskussion um 12 Uhr setzt das Via Vino Festival mit seinem bewährten Konzept fort – einem eindrucksvollen Programm, das bis 22 Uhr dauert. Die Besucherinnen und Besucher erwartet eine erstklassige Weinvorkostung lokaler Winzer, perfekt ergänzt durch authentische Pizzen aus den Händen von „The Pizza Whisperer“, einem renommierten Meister der traditionellen italienischen Pizza. Für eine unvergessliche Atmosphäre von Mittag bis in die späten Abendstunden sorgen die beliebten Event-DJs Mirzaisfab, Oysha und Leggero, die mit ihren dynamischen Sets den idealen Rahmen für Begegnungen, Gespräche und den Genuss von Schaumwein schaffen.

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