Die Tourismusorganisation der Gespanschaft Zagreb veranstaltete eine Fachkonferenz, auf der die neue strategische Ausrichtung der Destination mit besonderem Fokus auf die Vorbereitung der Zertifizierung nach dem Green-Destinations-Modell vorgestellt wurde. Dabei handelt es sich um ein umfassendes Projekt sowie um einen langfristigen Zertifizierungsprozess der international anerkannten Organisation Green Destinations. Aufgrund der Größe der Destination sowie der Komplexität des Verfahrens werden die Ergebnisse voraussichtlich in der ersten Hälfte des Jahres 2024 vorliegen.
Die Ausrichtung auf Nachhaltigkeit und eine nachhaltige Tourismusentwicklung ist längst nicht mehr nur ein theoretisches Konzept, sondern entwickelt sich zu einem strategischen und operativen Leitprinzip für jede Destination. Die Frage lautet heute nicht mehr, ob wir unser touristisches Angebot verändern möchten, sondern wie schnell wir diesen Wandel umsetzen können. Mit genau diesem Ziel hat die Gespanschaft Zagreb den Zertifizierungsprozess begonnen, um sich offiziell als nachhaltige und grüne Destination zu positionieren.
„Wir haben die Vorbereitungsphase erfolgreich abgeschlossen und starten nun den eigentlichen Zertifizierungsprozess, in den alle relevanten Akteure der touristischen Entwicklung unserer Destination eingebunden werden. In einem ersten Schritt haben wir die Bereitschaft der touristischen Leistungsträger zur Umsetzung nachhaltiger Geschäftsmodelle sowie zur Teilnahme am Zertifizierungsprozess untersucht. Nun folgen Schulungen, die Erstellung der erforderlichen Dokumentation sowie zahlreiche weitere Aktivitäten. Uns ist bewusst, dass noch viel Arbeit vor uns liegt. Unser Ziel ist es, bereits im kommenden Jahr von Green Destinations als größte zertifizierte nachhaltige Tourismusregion Kroatiens ausgezeichnet zu werden. Wir möchten alle Beteiligten einbeziehen und den hohen Standard unserer nachhaltigen Tourismusentwicklung, den wir seit vier Jahren konsequent verfolgen, weiter ausbauen“, erklärte Ivana Alilović, Direktorin der Tourismusorganisation der Gespanschaft Zagreb.
Green Destinations ist eine internationale Non-Profit-Organisation mit Sitz in den Niederlanden. Ihr Ziel ist es, die nachhaltige Entwicklung von Destinationen und touristischen Akteuren zu fördern und deren internationale Sichtbarkeit zu stärken. Die Organisation orientiert sich an den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen sowie an den Standards des Global Sustainable Tourism Council (GSTC). Green Destinations genießt weltweit ein hohes Ansehen bei Partnern und Reisenden, arbeitet mit mehr als 400 Destinationen zusammen und ist in über 90 Ländern vertreten. Sämtliche Programme der Organisation dienen der nachhaltigen Entwicklung und der langfristigen Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit touristischer Destinationen.
Ziel des nachhaltigen Tourismus ist es, ein ausgewogenes und für alle Seiten vorteilhaftes Verhältnis zwischen Gästen, der lokalen Bevölkerung und der natürlichen sowie der kulturellen Umgebung zu schaffen. Green Destinations unterstützt Destinationen durch nachhaltige Managementpraktiken beim Schutz der Umwelt, der Bewahrung des kulturellen Erbes, der Sicherung wirtschaftlicher Nachhaltigkeit und der Steigerung des Nutzens für die lokale Bevölkerung – insbesondere durch eine positive Wahrnehmung der Tourismusentwicklung.
„Die Transformation hin zu einem nachhaltigen Destinationsmanagement ist ein langfristiger Prozess, der nicht über Nacht erfolgt. Er erfordert die aktive Beteiligung sämtlicher touristischer Akteure“, betonte Assoc. Prof. Dr. Katarina Miličević, Direktorin von Tourism Lab, dem exklusiven Vertreter von Green Destinations in Kroatien. „Wir müssen uns bewusst werden, dass unsere Gesellschaft in ihrer heutigen Form langfristig nicht nachhaltig ist. Die Themen Energieeffizienz, Ressourcenschonung sowie Klimaanpassung betreffen nicht nur den Energiesektor, sondern alle Wirtschaftsbereiche – einschließlich des Tourismus. Veränderungen müssen auf allen Ebenen und möglichst koordiniert erfolgen. Kommunikation spielt dabei eine zentrale Rolle, denn sie schafft Bewusstsein und fördert den Wandel. Gleichzeitig brauchen wir konkrete Projekte wie dieses – Projekte mit ehrgeizigen Zielen und konsequenter Umsetzung vor Ort. Diese Entwicklung betrifft uns alle. Wir dürfen die Bedeutung dieses Wandels nicht unterschätzen. Kroatien ist ein Tourismusland, und wenn wir die Erwartungen unserer Gäste nicht erfüllen, werden wir die Auswirkungen früher oder später deutlich spüren“, erklärte Ivana Belić, Leiterin der Strategischen Kommunikation der Regionalen Energie- und Klimaagentur Nordwestkroatien (REGEA), die zugleich die Veranstaltung moderierte.
Die Ergebnisse der unter den touristischen Akteuren der Gespanschaft Zagreb durchgeführten Studie zeigen eine überwiegend positive Einstellung gegenüber Nachhaltigkeitszertifizierungen – eine wichtige Voraussetzung für den erfolgreichen Zertifizierungsprozess der Destination. Mehr als 70 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass Zertifizierungen wie Green Destinations die Bekanntheit der Destination erhöhen, die Zusammenarbeit der touristischen Akteure stärken und Gäste mit höherer Kaufkraft anziehen. Fast zwei Drittel der Befragten (63 Prozent) erklärten zudem ihre Bereitschaft, Nachhaltigkeitsstandards in ihre eigenen Geschäftsprozesse zu integrieren. Die Untersuchung wurde von Tourism Lab, dem exklusiven Green-Destinations-Vertreter in Kroatien, durchgeführt. Die Ergebnisse verdeutlichen die Notwendigkeit, alle relevanten Akteure einzubinden, die Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung weiter auszubauen sowie das Bewusstsein für nachhaltigen Tourismus durch Information und Weiterbildung zu stärken. Die Tourismusorganisation der Gespanschaft Zagreb wird im kommenden Jahr alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um sämtliche Kriterien für die Verleihung des Green Destinations-Zertifikats zu erfüllen. Die Zertifizierung ist ein kontinuierlicher Prozess, der eine fortlaufende Evaluierung und Weiterentwicklung des nachhaltigen Destinationsmanagements ermöglicht. Durch die konsequente Anwendung dieser Prinzipien und die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten kann ein entscheidender Beitrag zu einer nachhaltigeren und verantwortungsvolleren Tourismusentwicklung geleistet werden, fasste Direktorin Ivana Alilović abschließend zusammen.









