Führende Vertreter der Tourismusbranche diskutierten in der Gespanschaft Zagreb über die Herausforderungen des nachhaltigen Tourismus

Das Fachhochschulzentrum Velika Gorica war am Mittwoch Veranstaltungsort einer hochrangig besetzten Fachtagung zum Thema nachhaltiger Tourismus in Kroatien. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Tourismusgemeinschaft der Gespanschaft Zagreb in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Velika Gorica. Unterstützt wurde sie vom Ministerium für Tourismus und Sport, vom Innenministerium sowie von der Stadt Velika Gorica. Zu den Referierenden zählten unter anderem Robert Kopal (Effectus Hochschule), Gabrijela Abramović (Internationaler Flughafen „Dr. Franjo Tuđman“), Davorin Štetner (Kroatischer Automobil- und Kartingverband – HAKS), Slavko Štefičar (Ministerium für Tourismus und Sport) sowie Božo Skoko (Fakultät für Politikwissenschaft der Universität Zagreb).

In seiner Eröffnungsrede betonte der stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister Davor Božinović, dass Kroatien international als sicheres Reiseziel wahrgenommen werde und dieses Image konsequent gepflegt werde. „Der Tourismus ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige Kroatiens und zugleich jener Sektor, der in den vergangenen zehn Jahren unter den Mittelmeerländern das stärkste Wachstum verzeichnet hat“, erklärte Božinović. Er hob die bedeutende Rolle der kroatischen Polizei bei der Wahrung des Images Kroatiens als sichere Destination hervor und betonte, dass Reisende nicht nur schöne, sondern vor allem sichere Reiseziele wählen.

Die Direktorin der Tourismusgemeinschaft der Gespanschaft Zagreb, Ivana Alilović, erklärte nach der Eröffnung: „Für uns in der Gespanschaft Zagreb ist Tourismus weit mehr als ein strategisches Schlagwort – er bildet den Kern unseres Handelns. Dies zeigt sich unter anderem im Zertifizierungsprozess mit Green Destinations, in der erfolgreichen Durchführung internationaler Großveranstaltungen wie der WRC Croatia Rally sowie in zahlreichen Projekten und Veranstaltungen entlang des gesamten Grünen Rings von Zagreb.“

Den Auftakt des Fachprogramms bildete ein Vortrag von Assoc. Prof. Dr. Robert Kopal über die aktuellen Herausforderungen der Cybersicherheit im Tourismus. Er erläuterte, dass Cyberrisiken heute zu den größten unternehmerischen Herausforderungen zählen und Investitionen in diesen Bereich häufig erst nach einem Sicherheitsvorfall erfolgen. Ein besonders aufschlussreicher Fakt: 43 Prozent der Menschen verwenden dieselben Passwörter für mehrere Online-Konten.

An der anschließenden Podiumsdiskussion nahmen neben Prof. Kopal auch Gabrijela Abramović, Qualitätsmanagerin des Internationalen Flughafens „Dr. Franjo Tuđman“, sowie Domagoj Vrban, Geschäftsführer des Hotels Garden Hill, teil. Davorin Štetner, Präsident des Kroatischen Automobil- und Kartingverbandes, präsentierte die WRC Croatia Rally als Beispiel für eine der erfolgreichsten internationalen Sportveranstaltungen Kroatiens. Angesichts der tragischen Zwischenfälle bei der letzten Rallye kündigte er an, die internen Sicherheitsvorschriften künftig nochmals deutlich zu verschärfen.

Obwohl Tourismus- und Sportministerin Nikolina Brnjac nicht persönlich teilnehmen konnte, unterstützte sie die Veranstaltung ausdrücklich und betonte deren Bedeutung: „Die Entwicklung des kroatischen Tourismus muss konsequent auf Nachhaltigkeit ausgerichtet werden. Klimawandel, sensible natürliche Ressourcen und die Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung erfordern ein verantwortungsvolles Entwicklungsmodell. Mit der Strategie für die nachhaltige Entwicklung des Tourismus bis 2030 sowie dem Nationalen Plan für nachhaltigen Tourismus hat das Ministerium die Grundlage für die zukünftige Entwicklung geschaffen.“ Sie verwies außerdem darauf, dass für den Tourismussektor 1,3 Milliarden Euro bereitgestellt wurden – die bislang höchste Investitionssumme in der Geschichte des kroatischen Tourismus. Im zweiten Teil der Veranstaltung fanden zwei Podiumsdiskussionen statt.

Die erste widmete sich den Herausforderungen nachhaltiger Tourismusdestinationen und brachte Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis zusammen: Prof. Dr. Sanja Kalambura (Fachhochschule Velika Gorica), Assoc. Prof. Dr. Katarina Miličević (TourismLab), Slavko Štefičar (Ministerium für Tourismus und Sport) sowie Ivana Alilović. Ivana Alilović unterstrich die Bedeutung innovativer und qualitativ hochwertiger Angebote im nachhaltigen Tourismus und erklärte, dass die Gespanschaft Zagreb zu einer der führenden grünen Destinationen Kroatiens werden wolle. Sie erinnerte daran, dass die Region den Zertifizierungsprozess bei Green Destinations bereits eingeleitet hat. Dr. Katarina Miličević, Direktorin von TourismLab, dem offiziellen Vertreter von Green Destinations in Kroatien, erklärte, dass der schwierigste Schritt stets die Entscheidung sei, den Zertifizierungsprozess zu beginnen und sämtliche Aktivitäten sowie Geschäftsprozesse konsequent an Nachhaltigkeitskriterien auszurichten. Slavko Štefičar hob hervor, dass Destinationen ihre Wettbewerbsfähigkeit vor allem durch Anpassungsfähigkeit an neue Entwicklungen und eine möglichst umfassende Einbindung aller relevanten Akteure stärken können. Prof. Dr. Sanja Kalambura sprach über Strategien zur Abfallvermeidung, die vollständige Nutzung von Lebensmitteln in der Gastronomie sowie die entscheidende Rolle der kontinuierlichen Aus- und Weiterbildung aller touristischen Akteure.

Die abschließende Podiumsdiskussion widmete sich den kommunikativen Herausforderungen touristischer Destinationen. Darüber diskutierten Prof. Dr. Božo Skoko (Fakultät für Politikwissenschaft, Universität Zagreb), Dr. Dejan Gluvačević (Edward Bernays University of Applied Sciences) und Dr. Martina Mihaličić (Fachhochschule Velika Gorica). Prof. Skoko betonte, dass Kroatien zu den wenigen noch weitgehend unberührten Naturräumen Europas zähle. Er verwies außerdem auf Daten von Eurostat, wonach Kroatien über das sauberste Meer Europas verfügt, und sprach über Potenziale im Bereich des Destinationsbrandings, des Premiumtourismus und authentischer regionaler Angebote. Dr. Martina Mihaličić hob hervor, dass nachhaltiger Tourismus zahlreiche Herausforderungen mit sich bringe und eine erfolgreiche Entwicklung vor allem eine gute Koordination sowie eine rechtzeitige Information und Kommunikation gegenüber den Gästen erfordere. Dr. Dejan Gluvačević bezeichnete abschließend Nachhaltigkeit als unverzichtbaren Grundpfeiler des modernen Tourismus und unterstrich die Bedeutung kontinuierlicher Aus- und Weiterbildung aller Beschäftigten und Partner in touristischen Destinationen.

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